Natürliche VerhütungNatuerliche Verhuetung

Natürliche Verhütung bezeichnet den Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft ohne Hormone. Oft wird natürliche Verhütung mit NFP (natürlicher Familienplanung) gleichgesetzt. Dies ist jedoch nur bedingt richtig.


In der Verhütung unterscheidet man grundlegend zwei Gruppen:


1.    Verhütung mit Hormonen
2.    Verhütung ohne Hormone


Die natürliche Verhütung gehört zur Gruppe der Verhütungsmittel ohne Hormone. Bei der natürlichen Verhütung wird hormonfrei verhütet, indem der Eisprung durch die genaue Beobachtung von Körpersignalen (dazu zählt auch die Basaltemperatur) ermittelt wird. Man spricht dann von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen. An den fruchtbaren Tagen muss man zusätzlich durch Kondome oder Diaphragma verhüten bzw. auf Geschlechtsverkehr verzichten, wenn man nicht schwanger werden will. An den unfruchtbaren Tagen kann man bedenkenlos Sex haben.

 

Methoden der natürlichen Verhütung

Um den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen, gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Sicherheit voneinander. Folgende Verhütungsmethoden zählen zur natürlichen Verhütung:

 

Knaus-Ogino-Methode

Die Knaus-Ogino-Methode, auch bekannt als Kalendermethode, wird schon lange verwendet.  Man zeichnet hierbei zunächst die Länge von 6 Zyklen auf (ca. ein halbes Jahr). Dann zieht man von dem längsten Zyklus 11 Tage und vom kürzesten 18 Tage ab, um sozusagen den Schnitt zu berechnen. Die übrig gebliebenen Tage sind die fruchtbaren Tage im Zyklus. Bei dieser Methode liegt die Annahme zugrunde, dass bei einem durchschnittlichen Zyklus (28 Tage), der Eisprung zwischen dem 13. und 17. Zyklustag liegt. Diese Methode ist einfach und schnell in der Handhabung. Dennoch ist ihre Sicherheit umstritten, da nicht jede Frau gleich ist und auch ein Eisprung, der regelmäßig ist, im nächsten Zyklus ausnahmsweise früher stattfinden kann.


Basaltemperaturmethode

Auch die Basaltemperaturmethode ist Teil der natürlichen Verhütung. Bei dieser Methode benötigt man ein sehr genaues Thermometer (2 Nachkommastellen), denn um die furchtbaren und unfruchtbaren Tage zu ermitteln, wird die tägliche Basaltemperatur gemessen. Das ist die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen, aber noch vor dem Aufstehen. Die Körpertemperatur steigt nach dem Eisprung um bis zu 0,4 °C an. Dieser Anstieg ist allerdings erst erkennbar, nachdem der Eisprung schon stattgefunden hat. Vor dieser Hochlage ist also nur geschützter Geschlechtsverkehr möglich. Ist die Temperatur dann drei Tage in der Hochlage, kann man wieder bedenkenlos ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Um die gemessenen Werte bei der Temperaturmethode einzutragen, gibt es verschiedene Apps, spezielle Minicomputer aber auch Zykluskurvenblätter.


Zervixschleimmethode

Der Zervixschleim ist ein Sekret, der von dem Gebärmutterhals abgesondert wird. Oft bemerkt man ihn selbst in der Kleidung. Die Konsistenz des Schleims ändert sich während des Zyklus und gibt Aufschluss darüber, wann der Eisprung stattgefunden hat. Um allerdings die Veränderungen wirklich zu bemerken und richtig zu deuten, braucht es etwas Übung. Außerdem wird empfohlen, neben der Zervixschleimbeobachtung auf jeden Fall noch eine weitere Verhütungsmethode anzuwenden, da die bloße Beobachtung als natürliche Verhütung nicht sehr sicher ist.

 

Natuerliche Verhuetung

Symptothermale Methode

Als natürliche Verhütung verbindet die symptothermale Methode die Basaltemperaturmethode mit der Beobachtung von mindestens einem weiteren Fruchtbarkeitsmerkmal. Zu den weiteren Merkmalen zählen der die Beschaffenheit des Zervixschleims, die Lage des Muttermunds und der LH-Wert. Dies macht die symptothermale Methode sicher.  Hierdurch lernt Frau ihren Körper besser kennen. Die gesammelten Daten werden täglich auf einem Kurvenblatt eingetragen und so der Eisprung eingegrenzt.


Verhütungscomputer

Verhütungscomputer ermitteln automatisiert die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Es gibt mittlerweile verschiedene Arten von Verhütungscomputern: symptothermale Computer, Temperaturcomputer und Hormoncomputer. Je nach Art funktionieren Verhütungscomputer nach der Methode der Basaltemperatur, der symptothermalen Methode oder der Auswertung des LH-Wertes. Sie speichern die Daten und zeigen an, ob man am heutigen Tag fruchtbar oder unfruchtbar ist. Einige Computer bieten sogar eine Voraussicht auf die kommenden Tage an.

 

Coitus interruptus

Der Coitus interruptus zählt auch heute noch zu den natürlichen Verhütungsmethoden. Hierbei beendet der Mann kurz vor seinem Höhepunkt den Geschlechtsakt und zieht seinen Penis aus der Scheide. Diese Methode zählt jedoch zu den Unsicheren, da bereits vor Ejakulation des Mannes eine Schwangerschaft möglich ist.

 

Vorteile Natürlicher Verhütung

  • Natürliche Verhütung ist laut wissenschaftlicher Studien eine sichere Verhütungsmethode
  • Hormonelle Risiken (wie bspw. bei der Pille) werden durch natürliche Verhütung ausgeschlossen
  • Das Körpergewicht wird nicht beeinflusst
  • Mehr Spaß im Bett, da hormonelle Verhütungsmittel bei vielen Frauen zu Libido-Verlust führen
  • Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel, wie Depressionen, sind bei natürlicher Verhütung nicht möglich
  • Der natürliche Zyklus wird nicht beeinflusst
  • Gutes Körpergefühl, da es nicht durch Hormone beeinflusst wird

 

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