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natürliche Familienplanung
Verhütung durch Beobachtung vom Zervixschleim?
Die Billingsmethode geht auf das australische Ärzteehepaar Evelyn und John Billings zurück - die ausführliche wissenschaftliche Dokumentation erfolgte in den 60er Jahren. Die Billingsmethode berücksichtigt den Umstand, dass die Schleimhautdrüsen des Gebärmutterhalses (Zervix) einen Schleim produzieren, der sich im Lauf des Zyklus verändert - den Zervixschleim bzw. Zervikalschleim.
Die Frau beobachtet und dokumentiert wie sich der Zervixschleim im Zyklusverlauf verändert. Die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage lassen sich anhand Menge und Konsistenz des Zervixschleims ermitteln.
Die jeweilige Einstufung der Konsistenz des Zervixschleims erfolgt nach einem festen methodischen Regelwerk.
Allein angewendet ohne die parallele Beobachtung der Körpertemperatur gilt die Billingsmethode aus heutiger Sicht als unzuverlässig. Parallel angewendet nach den Auswertungsregeln der NFP-Methode findet sich die Billingsmethode in der symptothermalen Methode wieder. Ebenfalls mit der Beobachtung des Zervixschleim im Zyklusverlauf beschäftigt sich die in den 90er Jahren an der Universität Georgetown dokumentierte "Zwei-Tage-Methode".
Der von Gebärmutterhalsdrüsen abgesonderte Zervixschleim sitzt die meiste als zäher Pfropfen vor dem Muttermund. Dort hat er die Aufgabe den Mutermund zu verschließen und für Spermien und Bakterien den Zugang zu versperren. Wenn die Konzentration des Hormons im Zyklusverlauf ansteigt wird der Zervixschleim immer flüssiger. Die beste Qualität des Zervixschleim tritt um den Eisprung auf. Oft ist zu diesem Zeitpunkt auch bräunlicher Zervixschleim zu beobachtet. Dies ermöglicht den Spermien leicht in die Gebärmutter hochzuwandern. Ist der Eisprung vorüber, dann wird das Hormon Progesteron ausgeschüttet, was dafür sorgt, das sich der Zervixschleim wieder verdickt und so den Zugang zur Gebärmutter wieder versperrt.
Wie sieht Zervixschleim aus?
Der Zervixschleim fließt vom Gebärmutterhals an den Scheidenwänden herunter. Viele Frauen nehmen den Zervixschleim als Ausfluss wahr. Direkt nach der Menstruation bemerken die meisten Frauen keinen Zervixschleim wahr - vielmehr haben sie ein Gefühl von Trockenheit. Ist kein Zervixschleim vorhanden, berichten viele Frauen auch von leichtem Jucken in der Scheide. Diese "trockenen" Tage sind in der Regel unfruchtbar. sollte in dieser Zeit trotzdem Schleim auftreten, so könnte dies mit einer Scheideninfektion in Verbindung stehen. Infektiöser Ausfluss riecht auffällig.
Erst durch den zyklusbedingten Anstieg der Konzentration des Hormons Östrogen kommt die Produktion vom Zervixschleim in Gang. Für das erste Drittel im Zyklus sind klumpiger Zervixschleim, klebriger Zervixschleim, zäher Zervixschleim aber auch cremiger Zervixschleim typisch.
Üblich ist weißer bis gelber Zervixschleim in dieser Zeit. Die Scheide fühlt sich durch den austretenden Zervixschleim feucht-klebrig an. Dies ist schon das erste Signal, dass die fruchtbare Phase des aktuellen Zyklus begonnen hat.
Zervixschleim beim Eisprung
Nun wird der Zervixschleim durch den steigenden Östrogenspiegel immer flüssiger. Um den Eisprung herum sieht der Zervixschleim glasig aus und hat oft eine Konsistenz wie Eiweiß. Der Zervixschleim ist jetzt spinnbar - er lässt sich zwischen zwei Finger auseinanderziehen.
Ist der Zervixschleim blutig, bräunlich, rötlich oder rosa so kann dies unmittelbar mit dem Eisprung zusammenhängen.
Nach ein bis zwei Tagen steigt die Konzentration des Hormons Progesteron an und bewirkt, das der Zervixschleim wieder cremig, klebrig, weiß und klumpig wird. Die Gebärmutterhalsdrüsen stellen die Produktion von Zervixschleim in der Regel bis zur nächsten Menstruation wieder ein.
Dementsprechend ist Zervixschleim vor der Menstruation bei den meisten Frauen nicht vorhanden.
Den Zervixschleim beobachten
Idealer Weise kontrolliert die Frau zweimal täglich den gesamten Zyklus hindurch die Konsistenz vom Zervixschleim. Nach Möglichkeit zu ähnlichen Zeiten im Tagesverlauf um die Beobachtung der Beschaffenheit vom Zervixschleim so vergleichbar wie möglich zu machen.
Vorzugsweise sollte die Beobachtung vom Zervixschleim vor dem Wasserlassen beim Toilettengang durchgeführt werden. Dazu wird der Zervixschleim mit einem Toilettenpapier vom Scheideneingang abgenommen und zusammengedrückt und wieder auseinadergezogen um zu testen ob der Zervixschleim spinnbar ist. Manche Frauen fahren auch mit ihren Fingern über die äußeren Geschlechtsorgane und prüfen die Spinnbarkeit vom Zervixschleim mit den Fingern. Das ist am Anfang ungewohnt, aber schon bald tritt der Lerneffekt ein.
Vorzugsweise werden die Ergebnisse ihrer im Tagesverlauf zum Zervixschleim gemachten Beobachtungen in ein Zyklusblatt dokumentiert. Die symptothermale Methode sieht dafür einheitliche Schleimabkürzungen vor, welche die Einstufungen transparenter machen und die Dokumentation erleichtern.
Die Beobachtung vom Zervixschleim bedarf Übung und muss erlernt werden. In den USA nehmen viele Anwenderinnen ein spezielles Instrument für Entnahme des Zervixschleim aus dem hinteren Scheidengewölbe zur Hilfe - nämlich ein Revumeter. Wer sich mit dieser Methode schwer tut, sollte es alternativ oder zusätzlich mit dem Muttermund tasten versuchen.


