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Symptothermale Methode

Symptothermale Verhütung im Alltag

Die symptothermale Verhütung zählt zu den sehr sicheren Verhütungsmethoden. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) stuft diese Methode mit einem Pearl-Index von 0,3 ein und ist somit in Bezug auf die Sicherheit im Bereich der hormonellen Verhütungsmittel anzusiedeln.

 

Dies ist einer stetigen Weiterentwicklung der symptothermalen Methode durch die Forschungsgruppe NFP der Sektion Natürliche Fertilität zu verdanken, welche seit 2006 bei der Universität Heidelberg angesiedelt ist.

Wie funktioniert symptothermale Verhütung?

Mit der symptothermalen Methode kann die Frau erlernen ihre fruchtbaren Tage aufgrund der Beobachtung von sich im Zyklusverlauf verändernden Fruchtbarkeitsmerkmalen, einzugrenzen.
An den ermittelten fruchtbaren Tagen sollte sie dann zusätzliche Verhütungsmittel wie Kondom, Diafragma, Lea Contraceptivum, Portiokappe oder Verhütungsschwämmchen in Kombination mit chemischen Verhütungsmitteln einsetzen und an den berechneten unfruchtbaren Tagen kann sie dann bei Sex auf den Einsatz von zusätzlichen Verhütungsmitteln verzichten.
Für manche Paare ist auch Abstinenz während der fruchtbaren Tage eine Alternative und es wird berichtet, dass der damit verbundene Verzicht aufeinander mit gesteigertem Begehren und Lustempfinden belohnt sein kann.

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach...

Zyklusblatt & Zykluskurve

Die Basis ist das morgendliche messen und dokumentieren der Körpertemperatur (Basaltemperatur). Dafür mißt die Frau mit einem Digitalthermometer welches 2 Nachkommastellen anzeigt oder mit einem Flüssigkeitsthermometer, welches über eine gespreizte Skala verfügt, direkt nach dem Aufwachen noch im Bett liegend oral, vaginal oder rektal ihre Körpertemperatur und trägt den gemessenen Temperaturwert in ein Zyklusblatt ein.

Die eingetragenen Temperaturwerte werden dann mit einer Linie verbunden und nach und nach wird im Zyklusverlauf mit steigender Anzahl von Temperaturwerten eine Kurve sichtbar, nämlich die Zykluskurve.

 

Zervixschleim und Muttermund

Durch die Auswertung der Temperaturkurve nach dem Regelwerk der Arbeitsgruppe NFP kann die unfruchtbare Phase nach dem Eisprung bis zum Einsetzen der nächsten Menstruation zuverlässig bestimmt werden und das Paar kann auf den Einsatz zusätzlicher Verhütungsmittel zur Vermeidung eine Schwangerschaft verzichten.

Um den Beginn der fruchtbaren Tage ebenfalls eingrenzen zu können, wird zusätzlich entweder die sich verändernde Zervixschleimkonsistenz oder die Beschaffenheit des Muttermundes beobachtet.
Zum Eisprung hin tritt vermehrt Zervixschleim auf, welcher immer flüssiger, klarer wird und mit der Konsistenz von Eiweiß zu vergleichen ist. Ist der Eisprung vorrüber, verdickt sich der Zervixschleim wieder, wird milchig bis klumpig.

Der Muttermund verändert sich ebenfalls im Verlauf des weiblichen Zyklus. Als Muttermund (Portio) ist der in die Scheide hineinragende Teil des Gebärmutterhalses. Er wird beobachtet, indem man ihn regelmäßig abtastet. Als geeignete Position hat sich das Abtasten im Liegen mit angewinkelten Beinen bewährt.
Der Muttermund fühlt sich nur um den Eisprung herum weich wie Ohrläppchen an und ist leicht geöffnet, anschließend verschließt er sich für den Rest des Zyklus wieder fest und wird hart wie Ohrknorpel.

Zum Erlernen der Regeln und um die richtige Auswertung zu trainieren ist die Lektüre des Buches „Natürlich und sicher“ und das Durcharbeiten des dazugehören Arbeitsheftes wichtig.

Für einen ersten Überblick über die Methode ist der NFP-Schnellkurs der Universität Düsseldorf hilfreich.

 

Unwissenheit in der Fachwelt

Die Verhütung mit Hilfe der symptothermalen Methode ist im deutschsprachigen Raum bisher noch sehr unbekannt und nicht selten wird ihre Zuverlässigkeit angezweifelt. Dabei kann ihr Pearl-Index von 0,4 durch zahlreiche wissenschaftliche Studien eindeutig belegt werden.
Leider haben bis heute viele Gynäkologen keine Kenntnis darüber und halten aus Unwissenheit die symptothermale Methode für unsicher oder vermeiden aus wirtschaftlichen Motiven eine Empfehlung an geeignete Patientinnen.