Symptothermale Methode

Mit der symptothermalen Methode kann durch die Beobachtung des Zyklus und den sich verändernden Fruchtbarkeitsmerkmalen, erlernt werden, die fruchtbaren Tage gezielt zu bestimmen. An den ermittelten fruchtbaren Tagen sollten dann zusätzliche Verhütungsmittel wie Kondome, ein Diaphragma oder das Lea Contraceptivum in Kombination von Spermiziden zum Einsatz kommen oder auf vaginalen Verkehr verzichtet werden. An den berechneten unfruchtbaren Tagen muss nicht zusätzlich verhütet werden. Für manche Paare ist auch Abstinenz während der fruchtbaren Tage eine Alternative und es wird berichtet, dass der damit verbundene Verzicht aufeinander mit gesteigertem Begehren und Lustempfinden belohnt werden kann.

Symptothermale Methode

Die Basis der symptothermalen Methode ist das morgendliche Messen und Dokumentieren der Körpertemperatur (Basaltemperatur, siehe auch Temperaturmethode). Dafür wird direkt nach dem Aufwachen noch im Bett liegend oral, vaginal oder rektal die Körpertemperatur gemessen und der gemessene Temperaturwert in ein Zyklusblatt eingetragen. Zur Messung wird ein Digitalthermometer, welches 2 Nachkommastellen anzeigt oder ein Flüssigkeitsthermometer, welches über eine gespreizte Skala verfügt, verwendet.

Die eingetragenen Temperaturwerte werden dann mit einer Linie verbunden und nach und nach wird im Zyklusverlauf mit steigender Anzahl von Temperaturwerten eine Kurve sichtbar, nämlich die Zykluskurve. Bis hier unterscheidet sich die symptothermale Methode noch nicht von der Temperaturmethode.

Zervixschleim und Muttermund

Durch die Auswertung der Temperaturkurve, nach dem Regelwerk der Arbeitsgruppe NFP, kann die unfruchtbare Phase nach dem Eisprung bis zum Einsetzen der nächsten Menstruation zuverlässig bestimmt werden. Um den Beginn der fruchtbaren Tage ebenfalls eingrenzen zu können, wird zusätzlich entweder die sich verändernde Zervixschleimkonsistenz oder die Beschaffenheit des Muttermundes beobachtet.

Zum Eisprung hin tritt vermehrt Zervixschleim auf, welcher immer flüssiger und klarer wird und mit der Konsistenz von Eiweiß zu vergleichen ist. Ist der Eisprung vorbei, verdickt sich der Zervixschleim wieder und wird milchig bis klumpig. Der Muttermund verändert sich ebenfalls im Verlauf des weiblichen Zyklus. Als Muttermund (Portio) wird der in die Scheide hineinragende Teil des Gebärmutterhalses bezeichnet. Er wird beobachtet, indem man ihn regelmäßig abtastet. Als geeignete Position hat sich das Abtasten im Liegen mit angewinkelten Beinen bewährt.

Der Muttermund fühlt sich nur um den Eisprung herum weich an (vergleichbar mit den Ohrläppchen) und ist leicht geöffnet, anschließend verschließt er sich für den Rest des Zyklus wieder fest und wird wieder hart (in etwa wie Ohrknorpel).

Zum Erlernen der Regeln und um die richtige Auswertung zu trainieren ist die Lektüre des Buches „Natürlich und sicher“ und das Durcharbeiten des dazugehören Arbeitsheftes wichtig. Für einen ersten Überblick über die symptothermale Methode ist der NFP-Schnellkurs der Universität Düsseldorf hilfreich.

Fakten

  • Die symptothermale Verhütung zählt zu den sehr sicheren Verhütungsmethoden. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) stuft diese Methode mit einem Pearl-Index von 0,3 ein und ist somit in Bezug auf die Sicherheit im Bereich der hormonellen Verhütungsmittel anzusiedeln
  • Dies ist einer stetigen Weiterentwicklung der symptothermalen Methode durch die Forschungsgruppe NFP der Sektion Natürliche Fertilität zu verdanken, welche seit 2006 bei der Universität Heidelberg angesiedelt ist
  • Unwissenheit in der Fachwelt: Die Verhütung mit Hilfe der symptothermalen Methode ist im deutschsprachigen Raum bisher noch sehr unbekannt und nicht selten wird ihre Zuverlässigkeit angezweifelt. Dabei kann ihr Pearl-Index von 0,3 durch zahlreiche wissenschaftliche Studien eindeutig belegt werden. Leider haben bis heute viele Gynäkologen keine Kenntnis darüber und halten aus Unwissenheit die symptothermale Methode für unsicher

Vorteile

  • Sehr günstige Verhütungsmethode
  • Hohe Sicherheit
  • Keine Nebenwirkungen
  • Wirkt völlig ohne Hormone oder Fremdkörper
  • Der natürliche Zyklus bleibt unberührt
  • Natürliches und selbstbewusstes Verhältnis zum eigenen Körper entwickeln
  • Die symptothermale Verhütung kann jederzeit angefangen und abgesetzt werden
  • Vom Frauenarzt unabhängige Verhütung
  • Eine Schwangerschaft ist unmittelbar möglich und sogar schneller erreichbar

Nachteile

  • Frau ist auf Mitverantwortung ihres Partners angewiesen
  • Frau muss sich mit ihrem eigenen Körper auseinandersetzen und das konsequent
  • Sexuelle Spontanität wird eingeschränkt
  • Störfaktoren (Krankheit, Medikamente, Schlafmangel etc.) können die Temperaturwerte verfälschen
  • Andere Störfaktoren (Infektion, Samenerguss, Spermizide Gels etc.) können zu einer Verfälschung des Zervixschleims führen
  • Problematische Methode, wenn mal kein Eisprung stattfindet oder bei sehr unregelmäßigen Zyklen
Kupferkette

Die Kupferkette ist die Weiterentwicklung der Kupferspirale. Sie besteht aus Kupferionen, die an einem medizinischen Faden aufgereiht sind. Sie ist daher rahmenlos und drückt nicht auf die Gebärmutter.

KUPFERPERLENBALL

Der Kupferperlenball besteht aus Kupferkugeln, die sich dank Nitinol als runde Form in der Gebärmutter entfalten. Eine verhütende Wirkung ist ebenfalls durch das Kupfer gegeben.

ZYKLUSCOMPUTER

Zur Durchführung der symptothermalen Methode, der Temperaturmethode oder der Messung des LH-Wertes nutzen viele Frauen einen Zykluscomputer. Dieser stellt alle Werte übersichtlich in einer Zykluskurve dar.

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein T-förmiger Stab, der aus Kunststoff besteht. Dieser ist mit Kupfer umwickelt, der für die verhütende Wirkung verantwortlich ist. Die Kupferspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt.

TEMPERATUR METHODE

Bei der Temperaturmethode misst die Frau täglich ihre Körpertemperatur. Anhand der veränderten Basaltemperatur kann feststellt werden, wann die Frau fruchtbar ist.

BILLINGSMETHODE

Bei der Billingsmethode beobachten Frauen täglich die Veränderung ihres Zervixschleims. Anhand von Menge und Konsistenz lassen sich die fruchtbaren Tage ermitteln.

Kalender Methode

Bei der Kalendermethode auch bekannt als Knaus-Ogino-Methode wird der Eisprung anhand einer Formel errechnet und so die fruchtbare Phase bestimmt.

COITUS INTERRUPTUS

Der Coitus Interruptus, oder die Rauszieh-Methode, ist die unsicherste Verhütung Verhütungsmethode. Hierbei wird der Penis vor dem Samenerguss herausgezogen.

MUTTERMUND TASTEN

Der Muttermund verändert zum Eisprung hin seinen Stand. Die Ertastung des Standes und der Form wird auch als Verhütung ohne Hormone genutzt.